Erst in Oslo wurde das Wetter besser, und sogar die Sonne zeigte sich. Unser Hund hatte sich zum Glück inzwischen auch beruhigt. Wir besuchten in Oslo den Vigeland Skulpturen Park und fuhren dann weiter. Ein zweiter Besuch von Oslo sollte auf der Rückreise stattfinden. Der Skulpturenpark ist ein Höhepunkt in Oslo und sehr empfehlenswert. Wie in der  Nationalgalerie ist auch dort der Eintritt frei.                                                                                                                                                                          (Zur Galerie klick auf’s Bild)
Die Reise ging weiter Richtung Norden. Im   Rondane-Nationalpark   machten   wir   die   erste   Wanderung.   Ausgehend   vom   Ort   Mysusäter ging   es   auf’s   Fjell.   Dort   oben   wehte   ein   eiskalter   Wind,   der   Weg   zog   sich   ewig   an   flachem Gestrüpp und jeder Menge Flechten entlang. Der   zweite   Teil   der   Wanderung,   ein   markierter   Lehrpfad,   war   der   schönere   Teil.   Man   kam unter   anderem   an   dem   Wasserfall   Storulfossen    vorbei,   der   mit   20   Metern   zwar   nicht   gerade der Höchste, aber dennoch beeindruckend ist.  
Die Vogelinsel Runde hat es inzwischen in die Ausflugstipps auf den ADAC- Karten, und anderer Reiseführer, geschafft, entspechend groß war das Interesse der Touristen. Im Vergleich zu vor 5 Jahren war jetzt ein riesiger Andrang. Ein großes Informations- und Besucherzentrum wurde gerade gebaut. Mal sehen was die Vögel dazu meinen. Oben auf dem Felsen verlief sich der Besucherstrom etwas, doch die Papageientaucher waren nicht mehr so häufig zu sehen wie vor 5 Jahren. Wir hatten auch den Eindruck, dass weniger andere Vögel da waren. Vielleicht bildeteten wir uns das auch nur ein, zumindest haben schon mehrere Leute die Sperr- und Schutzzonen nicht mehr respektiert.
Die   Trollstiegen ,   wohl   die   berühmteste   Straße Norwegens,   ist   schon   enorm,   aber   lange   nicht so    abenteuerlich,    wie    wir    es    uns    nach    vielen Reisebeschreibungen vorgestellt haben. Besser   noch   hat   uns   der   Adlerweg   bei   Geiranger   gefallen.   Man   hat   wunderbare   Ausblicke   auf   den bekanntesten     Fjord,     wo     auch     die     großen Kreuzfahrtschiffe      hineinfahren.      Die      schön angelegten   Schleifen   der   Adlerstraße   sieht   man   am besten, wenn man auf der anderen Straße das Tal von Geiranger wieder verlässt. Dort   geht   es   auch   von   0   auf   1500   m   hoch   zum   Dalsnibba .   Unten   in   Geiranger   war   schönes   Frühsommerwetter,   oben   war   noch   Winter, aber mit wunderschöner Aussicht.
Adlerstraße, Geiranger, Norwegen Geirangerfjord, Norwegen
Nach   der   Übernachtung   auf   einem   Picknickplatz   geht   die   Reise   weiter   in Richtung Urnes, wo die älteste Stabkirche steht. Unterwegs stoppten plötzlich die Autos vor uns. Sicherlich eine Schafherde... Doch   nein,   es   war   eine   Rentierherde.   So   nahe   sind   wir   diesen   Tieren   noch   nie gekommen.   Vor   den   Autos   hatten   sie   keine   Scheu,   bloß   aussteigen   durfte man nicht. Also sind wir sitzengeblieben und haben Rentiere satt gekuckt. Die   Stabkirche   in   Urnes   ist   900   Jahre   alt!   Stabkirchen   sind   komplett   aus   Holz, was das Alter um so erstaunlicher macht. Es   waren   Bauarbeiten   im   Gang,   die   Kirche   mußte   ein   besseres   Fundament   aus Felsplatten bekommen, weil sie sich auf einer Seite um 30 cm gesenkt hat.
Stabkirche in Urnes, Norwegen Stabkirche in Urnes, Norwegen
Das nächste Ziel war der Jostedalsbren, der größte Gletscher von Europa. Natürlich waren es nur kleine Ausschnitte, die wir besucht haben. Zuerst waren wir am Nigardsbren und am nächsten Tag am Eisfall Bergset. Schöne Wildorchideen und andere alpine Pflanzen waren auf der Wanderung zu sehen. Der Eisfall ist etwa 1000m hoch und man hat das Gefühl, dass man beim Entgegengehen nicht näher kommt. Ein paar Mal hat es kräftig gekracht, wahrscheinlich irgendwelche Abbrüche, aber wir konnten nichts sehen.
Die w ohl schönste Stabkirche findet man im Lärdal, in Borgund. Wir waren während der ersten Norwegenreise, im Jahr 2002, schon einmal hier und jetzt ganz erstaunt, wie es sich hier ver-ändert hat. Ein großes Touristenzentrum wurde gebaut und wenn man kein Ticket gekauft hatte, durfte man die Kirche nicht ‘mal foto- grafieren. Wir wollten sie auch nicht noch einmal besichtigen, sondern starteten hier eine kleine, teilweise anstrengenden Rundwanderung auf einem alten Postweg.
Der kleine Ort Flåm (450 Einwohner) ist schon etwas ganz Besonderes. Hier wollten wir, wie 2002, noch einmal mit der Flåmbahn nach oben fahren und hinunter wandern. Die Wanderung entlang dieser spektakulären Eisenbahnstrecke hatte uns 2002 sehr gefallen. Damals waren wir in der Nachsaison dort, diesmal traf sich die Welt in Flåm. Es war unglaublich voll, zudem lagen 3 große Kreuzfahrtschiffe im Fjord. Also haben wir kurzerhand unser Vorhaben abgeblasen und sind weitergefahren. Trotzdem muss man Flåm mit seiner berühmten Eisenbahn und einer traumhaft schönen Fjordfahrt empfehlen.
Und noch ein Superlativ begegnete uns! Bergen ist mit rund 250 Tagen im Jahr die regenreichste Stadt Europas. Natürlich hat es auch uns nicht verschont. Eine schön hergerichtete Altstadt mit alten Lagerhäusern und einen schönen Fischmarkt haben wir von Bergen in Erinnerung.
Bergen, Norwegen Bergen, Norwegen Nærøyfjord bei Flåm, Norwegen, (Welterbe der Unesco)
Die   Reise   ging   weiter   Richtung   Süden,   die   größte   Hochebene Europas, die Hardangervidda , lag auf unserem Weg. Viele       Seen,       Wasserläufe,       Flüsse       und       Moore       sind charakteristisch für diese Landschaft. Bei    unserer    ersten    Norwegenreise    wanderten    wir    auf    den Gaustatoppen ,   ein   1883m   hoher   Berg,   wo   man   einen   weiten Blick über die Ebene genießen kann.
Vorbei     am     Steinsdalsfossen ,     der     Wasserfall     der     dadurch interessant   ist,   weil   man   hinter   ihm   entlang   laufen   kann   ohne nass    zu    werden,    wartete    noch    eine    schöne    Wanderung    am Vøringsfossen. Der   183m   hohe   Wasserfall   ist   ein   Beispiel   dafür,   wie   bescheiden sein   Anblick   wird,   wenn   man   ihn   zur   Energiegewinnung   nutzt. Alles hat eben seinen Preis.
Unsere Norwegenreise endete mit dem zweiten Besuch der Hauptstadt. Vorher waren wir noch ein wenig faul auf einem Campingplatz im Numedal, das durch seine sehr alten Bauerngebäude bekannt ist. Dies war ein nur kleiner Ausschnitt unserer Reise, wer will schon ellenlange Berichte lesen. Das Land hat uns wieder einen erlebnisreichen und schönen Urlaub beschert.
Auf der Hinfahrt unserer dritten Norwegenreise zweifelten wir daran, dass das ein schöner Urlaub werden sollte. Unser Hund war am ersten Tag so gestresst, dass er ununterbrochen bellte und uns fast den Verstand raubte. Dazu regnete es stark und anhaltend, so dass unserere Stimmung nicht mehr tiefer sinken konnte.                                                                  (klick auf die Bilder)
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Aber einen Elch haben wir wieder nicht gesehen!
2009
NORWEGEN
Papageientaucher